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le secret des epices

Reisetagebuch eines Gewürzjägers

Begleiten Sie Jean-Marie SCHOUVEY auf seine Reisen in exotische Länder, wo der Gewürzeinkäufer von McCormick die besten Kräuter und Gewürze für Sie auswählt!

Reisereportage: Das Geheimnis der Nelken

Unsere nächste Etappe führt uns nach Madagaskar. Entlang der Ostküste reisen wir von Toamasina Richtung Norden und begeben uns dann ins Hinterland, wo wir in Wäldern von Gewürznelken-Bäumen umherstreifen.

Etwas Geschichte und Geographie!

Madagaskar ist nicht der größte Gewürznelkenlieferant der Welt. Indonesien produziert je nach Jahresernte bis zu 80% der Gewürznelkenmenge weltweit, ist aber auch selbst der größte Verbraucher. In diesem Land werden die Gewürznelken geschrotet und vorsichtig mit Tabak vermischt. Das verleiht den Kretek genannten spritzigen Zigaretten ihr Aroma. Bei der Ankunft in Djakarta tauchen Reisende schon am Flughafen sofort in das eindringliche Parfum der Gewürznelken. In Indonesien ist der Anbau von Gewürznelken-Bäumen geschützt und es ist verboten, Gewürznelken einzuführen. Exportiert werden sie eher selten.
 

Ein anderes legendäres Ursprungsland der Gewürznelke ist Sansibar, das im ganzen 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit der grösste Produzent war. In den 80er Jahren brach die Produktion ein, als der Hauptabnehmer Indonesien selbstständig wurde; eine schlimme Krankheit brachte sie endgültig zu Fall.

Bei den Gewürzen spricht man meist davon, um welchen Teil der Pflanze es sich handelt, so zum Beispiel um Frucht, Samen, Blatt, Wurzel, Rinde usw. Gewürznelken sind insofern ein Sonderfall, als dass es sich um eine Blütenknospe handelt. Der Gewürznelken-Baum, Syzygium Aromaticum, ist ein immergrüner Baum und gehört wie sein Cousin aus der neuen Welt, der Jamaikapfeffer, zur Familie der Myrthengewächse.

Die Geschichte lehrt uns, dass Gewürznelken gemeinsam mit der Muskatnuss ursprünglich auf Ternate und Tidore angebaut wurden. Diese beiden Inseln des Molukken-Archipels gehören heute zu Indonesien und wurden im Laufe der Jahrhunderte heftig umkämpft. Portugiesen und dann Holländer hielten hier das Anbaumonopol, bis es dem Franzosen Pierre Poivre gelang, einige Pflanzen herauszuschmuggeln und diese auf der damaligen Ile de France (heute Mauritius) heimisch zu machen.

Schwieriger Weg

Es ist soweit: Stephane hat den Fluss Maningory überquert und Fenoarive hinter sich gelassen. Jetzt wendet er sich mitten im Dorf Ampasina nach Westen. Nach einigen Kilometern ist der Asphalt verschwunden, auf der Piste gibt es hier und da noch einige Pflastersteine und bald nichts mehr. Der Weg ist sehr eng geworden und weicht natürlichen Hindernissen nicht aus: Auf plötzliche Steigungen folgen ziemlich steile Abhänge. In ausgetrockneten Furten liegen einige primitive Holzübergänge, beim Überqueren muss man jedes Mal aussteigen und den Fahrer weisen. Plötzlich muss Stéphane an einem Sattel halt machen, der vor uns liegende Abschnitt scheint unbefahrbar zu sein. Es ist nichts zu machen, wir können nicht weiterfahren. Ab hier geht es zu Fuss weiter, aber glücklicherweise sind wir schon in der Nähe unseres Ziels und wir sehen bereits die ersten Hütten von Ambodirafia.

Die Ernte wird gut!

Im Dorf erwartet uns Thierry Joël Rakotomanga. Nach kurzen Begrüssungsworten lässt er seine Schwester Marisett holen und wir brechen sofort auf. Ein kleiner Fussweg führt aus dem Dorf Richtung Norden. Sehr bald sehen wir einige Gewürznelken-Bäume und mit jedem Schritt wird der Wald nun dichter, der Pfad wird unwegig und die Hitze liegt schwer auf uns. Jeder Schritt ist eine Mühe, aber die Landschaft, die uns umgibt, ist Belohnung genug: Rund um uns liegen kleine Hügel, die mit den rötlichen Spitzen der Gewürznelken-Bäume bedeckt sind. Endlich erreichen wir eine Gruppe Erntearbeiter, die auf Bambusleitern stehen und am Rücken geflochtene Körbe tragen. Sie pflücken die kleinen gelblichen, manchmal auch leicht rötlichen Trauben, die Ernte ist gut und die Stimmung fröhlich, man unterhält sich angeregt. Am späten Nachmittag kehren wir ins Dorf zurück. Morgen wird die Ernte vor den Häusern auf Matten ausgebreitet, wo die Sonne den Trauben rasch die uns bekannte braune Farbe verleihen wird. In ein paar Tagen kommt dann ein Sammler, der nach langen Verhandlungen mit der Wochenernte des Dorfes, einigen dutzend Kilo, wieder abreisen wird. In Toamasina werden aus den Zentnern Tonnen, ein Container enthält 10 Tonnen, es wird sortiert und aufgeladen.

Ein Meister unserer Küche!

Gewürznelken sind sehr empfindlich - sie verlieren schnell den Kopf und damit auch ihren Handelswert. Damit wir die gewünschte Qualität erzielen, werden sie darum nicht mechanisch gereinigt, sondern einzeln händisch aussortiert. Der markante Geruch ist intensiv und leicht süsslich. Er erinnert an Zahnarztbesuche von Anno dazumal, weil die antiseptische Wirkung des wichtigsten Inhaltsstoffs Eugenol lange Zeit als Zahnschmerzmittel genutzt wurde. In der Küche werden Gewürznelken überall verwendet: In Gewürzmischungen wie zum Beispiel Curry sind sie dezent, dominieren aber in Schmorgerichten, wo sie in Zwiebel gesteckt Aroma verleihen, und tun sich ganz frech hervor, wenn eine Orange über und über damit besteckt ist!

 

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Kennen sie das Geheimnis der Gewürze?


Kräuter und Gewürze sind nicht einfach nur nahrhaft! Sie haben zahlreiche Vorzüge, die wir im Alltag genießen können:

Organoleptisch-sensorische Vorzüge: Sie machen Ernährung erst richtig zum Genuss, weil sie unseren Gerichten Geschmack, Würze, Farbe und Geruch verleihen.

Sie lassen uns mit Freude essen und neue Gerichte kosten: Daher sind sie vor allem bei Kindern wichtig, um ihre Neugier zu wecken, bei Erwachsenen, um ihre Nahrung vielseitig und damit ausgewogen zu gestalten, bei älteren Menschen, um ihren Appetit anzuregen und die Freude am Essen zu erhalten.

Wir verwenden weniger Salz und Fett, weil Gewürze und Kräuter allein den Gerichten schon genügend Geschmack verleihen.

Sie bringen uns zum Verzehr gesunder Nahrungsmittel wie zum Beispiel Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchte, weil diese mit Gewürzen und Kräutern verlockender wirken als ohne.

Sie geben uns Freude am Kochen, die leider am Verschwinden ist und gefördert werden sollte! Den Duft eines leise vor sich hin köchelnden Gerichts zu riechen, an den Gewürzen schnuppern, bevor man sie mitkocht, die Farbe eines Curry-Gerichts bewundern... dieses einfache und schlichte Glück ist zum Greifen nahe!

Sie sind gut für alles und für alle!

Ohne jede Hemmung probieren, kosten, mischen, beimengen, genießen, riechen, einatmen… und sich Gewürze und Kräuter zu Eigen machen!